Someone like you

Sonntag, 8. Mai 2016






Hallo ihr Lieben,

heute ist Muttertag.
Ich persönlich bin der Meinung, dass es keinen speziellen Tag geben muss, um seiner Mama oder seinem Papa DANKE für Alles zu sagen oder sie/ihn zu feiern. Über kleine Aufmerksamkeiten freut sich natürlich jeder, aber das kann auch über das ganze Jahr gemacht werden. Und muss nicht kommerziell ausgeschlachtet werden.
In der Hinsicht bin ich einfach radikal.
Lange habe ich auch überlegt, ob ich überhaupt dazu einen Post schreiben soll. Soviel sehr persönliches von mir preisgeben soll? Warum ich mich dann doch dazu entschieden habe? Das ist kein attention seeking, sondern hiermit versuche ich das ein stückweit zu verarbeiten, außerdem war meine Mama ein fester Teil in meinem Blog. Sie hat mich immer motiviert und mit mir Outfits für die Shootings ausgesucht.
Den Titel habe ich gewählt, da es beschreibt, was für ein besonderer Mensch sie war und das habe ich mit ein Monat später in Barcelona auch stechen lassen.

Es ist in einer sehr gekürzten Form. Der erste Variante wäre einfach zu hart gewesen und so hab ich von mal zu mal das Ganze gekürzt und etwas abgeschwächt.
Das Leben ist nicht immer schön. Es hat auch Schattenseiten. Gravierende.
Dieser Post zum Muttertag wird also keine Glücksgefühle hervorrufen.


Zu Beginn ein kleiner Rückblick. Abgesehen zu meiner Meinung was Vater und Muttertag anbelangt, habe ich für den Vatertag sowieso nie die Möglichkeit gehabt, diesen zu zelebrieren. Mein Vater verstarb als ich 1,5 Jahre alt war.
Dafür hatte ich ein umso engeres Verhältnis zu meiner Mama.
Natürlich sind auch mal die Fetzen geflogen, aber wir waren auch die besten Freundinnen.


Ich bemerke immer wieder, wie schnell die Zeit doch vergeht. Was ist denn da schon ein Monat? Aber in so einem Monat kann sich das ganze Leben schlagartig verändern. Man kann so ziemlich alle Emotionen durchlaufen, die Prioritäten verlagern sich. Was in dem einem Moment noch so wichtig schien, kann im nächsten Moment vielleicht sogar in Frage gestellt werden.
Ende Juni vergangenen Jahres bekam meine Mutter die Diagnose Krebs, der bereits gestreut hatte und sehr aggressiv war.
Silvester und den Start in das neue Jahr hab ich mit meiner Mutter Zuhause verbracht. Sie kam grad frisch aus ihrer letzten Chemo und ich hätte mir nichts schöneres vorstellen können, als mit ihr im Bett zu liegen und von dort aus das Feuerwerk anzuschauen. 
Im Dezember und Januar ist immer die Prüfungsphase. Dementsprechend habe ich auch von Morgens bis Abends gelernt.
Meine letzte Klausur wäre am 29.01 gewesen. Ich habe bis zum umfallen gelernt und da meine beste Freundin den ganzen Februar in Bali verbrachte, trafen wir uns am Freitag den 22.01 am Abend zum Essen. Nach einem erfolgreichen Lerntag kann man sich soetwas auch mal gönnen, dachte ich. 
Als ich ging schlief meine Mutter, ich gab ihr einen Kuss auf die Wange und verlies die Wohnung. Natürlich konnte niemand ahnen, dass wenn ich nach 2 Stunden zurück kommen würde, dass sich mein ganzes Leben anfangen würde zu verändern. Schlagartig.
Nach einem wirklich schönen Essen fuhren wir wieder Nachhause, da am nächsten Tag eigentlich das Lernen schon in der Früh wieder auf dem Plan stand.
Zuhause angekommen, war bereits der Notarzt und die Polizei da. Meine Mama hatte einen schlimmen epileptischen Anfall gehabt und musste sofort ins Krankenhaus.
Ganze drei Wochen verbrachte ich mit meiner Oma, an der Seite meiner Mama, im Krankenhaus.
Es kam raus, dass die Chemo zwar an sich gut gewirkt hat, allerdings lässt das Hirn den Chemowirkstoff nicht rein und macht dicht. Und so entstanden tausende von Metastasen im Hirn, die den epileptischen Anfall auslösten.

Am 10.02.2016 hörte meine Mama auf zu atmen.
Der Tag an dem etwas in mir zerbracht.
Meine Mama die Liebe meines Lebens.



Ich bin ganz ehrlich, ohne die Unterstützung meiner Oma, meiner besten und sehr guten Freundinnen, würde ich das nicht schaffen.
Aus solchen Schicksalsschlägen kristallisieren sich die wahren und echten Freunde heraus.
Wahre Freundschaft geht durch gute, sowie durch schlechte Zeiten. Ich weiß sie haben in den letzten Monaten auch einiges mitmachen müssen. Vor allem auch seit meine Mama verstorben ist. Sie waren dennoch immer bedingungslos für mich da.
Und dafür bin ich jeden einzelnen Tag für meine Mädels unendlich dankbar.
Sie geben mir den Halt weiter zumachen. Das ist unbezahlbar, dieses Glück erfahren zu dürfen und definitiv nicht selbstverständlich.
Sie schmückten außerdem das Grab vor der Trauerfeier und fuhren nach dieser gleich weiter ins Restaurant, um dort alles schön, farbenfroh und frühlingshaft zu dekorieren.

Wir bekamen tägliche Beileidsbekundungen, die mir zeigten was meine Mama für ein geschätzter Mensch war.


Die Beerdigung bzw Urnenbeisetzung war 3 Wochen später.
Es müssen um die 100 Menschen gekommen sein.
Auch ehemalige Freundinnen, die ich seit einigen Jahren nicht mehr gesehen habe, dennoch damals ein enges Verhältnis zu ihnen hatte. Sowie ein paar Freunde meiner Mama aus dem Ausland.
Darüber habe ich mich auch sehr gefreut.

Der Dresscode war, keine dunkle oder schwarze Kleidung. Das hätte ich echt nicht gepackt, Schnee, alle weinen in schwarzer Kleidung. Meine Mama war ein lebens -und farbenfroher, künstlerischer Mensch.
Daher auch eine 'Freudenfeier' zu ihren Ehren. Im slowenischen sagt man, auf der Beerdigung sollen keine Tränen vergossen werden, sondern man soll sich die schönen Geschichten über den Verstorbenen erzählen, lachen und die schönen Momente im Gedächtnis behalten.

In der Aussegnungshalle begann die Zeremonie mit Adele - Make you feel my love.
Das hallte in der Aussegnungshalle so laut, dass es wohl allen unter die Haut ging und das Herz berührte.
Meine Mama und ich haben Adele geliebt.
Im Krankenhaus war ich einmal Vormittags bei ihr, sie rutschte etwas zur Seite und ich kuschelte mich zu ihr unter die Decke, jeder einen Kopfhörer und wir hörten gefühlt alle Lieder von Adele rauf und runter.

Im Anschluss gingen wir allesamt zum Grab und jetzt kam der große Moment, ob ich meine selbstverfaßte Rede selbst halten konnte. Und ich konnte.
Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und stellte mich vor die 100 Menschen.
Ich atmete tief ein.


Meine Mama war der besonderste Mensch in meinem Leben.
Wir hatten so eine innige und ehrliche Beziehung zueinander und ich konnte ihr alles
erzählen und anvertrauen.
Wir hatten nie viel Geld, aber sie war immer so großzügig, vor allem mit ihrer Liebe
und ihrem Optimismus.
Sie hatte immer ein offenes Ohr. Sie wusste ganz genau, wenn etwas nicht stimmte -
wie Mamas das eben wissen.
Wir haben viel Quatsch zusammen gemacht, gelacht, gestritten, diskutiert und Zeit
miteinander verbracht.
Ich habe es genossen, mich sogar darauf gefreut, mich mit ihr an den Tisch zu
setzen, Cafe zu trinken und zu reden. 
Auch dann, wenn ich in der Früh nichts gegessen
habe: wenn die Mama mir ein Brot gemacht hat, konnte ich nicht nein sagen. Und
besonders lecker war es, wenn es ihr eigenes war. 
Bevorzugt haben wir allerdings
die späten und berühmten ausgiebigen Brunches mit allem drum und dran und
dazu laut die Musik von ADELE gehört. Geliebt habe ich außerdem die spontanen
Mitternachtspancakes, wenn wir nicht schlafen konnten.
Ich hab ihr gern beim Lesen zugesehen oder wenn sie gemalt oder gepuzzelt hat.
Meistens habe ich ihr am Abend von meinem Tag erzählt und was ich alles erlebt
hatte.
Ich möchte ihr für die unglaublich tollen 24 Jahre meines Lebens danken. 
Jeden einzelnen Tag vermisse ich ihr Lachen und dass sie mich anschaut und sagt wie
stolz sie auf mich ist, denn all das hab ich nur ihr zu verdanken. 
Sie hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.
Sie lehre mich immer, dass man die wirklich wichtigen Dinge im Leben, nicht mit
Geld kaufen kann. 
So vieles wollte ich mit ihr noch erleben: Ich wollte mit ihr auf ein ADELE-Konzert gehen, 
ihr noch London und meinen Bachelor Abschluss zeigen -
oder, wie ich als hoffnungsloser Fall einen Mann finde und Kinder bekomme.
Doch die Zeit war zu kurz. Wie meine beste Freundin GIZEM zu mir vor kurzem
sagte:„wir müssen jetzt für sie noch viel und alles miterleben“.
Sie war nicht einfach nur meine Mama, sie war meine Seelenverwandte, eine
meiner besten Freundinnen und auch mein Papa-Ersatz, da mein Papa verstorben
ist, als ich 1,5 Jahre alt war. Auch wenn sie es dadurch nicht immer leicht hatte,
hat sie mir alles ermöglicht.
Ich hätte ebenso wirklich alles auch für sie getan und ihr so gerne das Leid
genommen. 
Ich weiß, dass sie jetzt an einem besseren Ort ist, mit einem Haus am
Strand und Garten, mit unseren bereits verstorbenen Hunden Khira und Reh.
Ich glaube an ein Leben nach dem Tod, wenn ich sie dann eines Tages wiedersehe,
werde ich ihr alles erzählen.
Bis dahin wird sie als geliebter Mensch, Mama, Tochter, Schwester, Cousine oder
Freundin in unseren Herzen verbleiben.

Meine Mama war die Liebe meines Lebens.


Mir versagte die Stimme 2-3 Mal, aber ich musste das einfach zu Ende bringen. Ich wollte es.
Einige erzählten mir danach, dass sie Klatschen wollten, aber nicht wussten, ob das unpassend wäre. Dennoch hat mir jeder beim umarmen und Handschütteln gesagt, wie unglaublich schön die Rede war, dass diese unter die Haut ging, so echt, ehrlich und emotional und wie stolz meine Mama auf mich wäre. Das zu hören, freute mich wahnsinnig. 

Meine Mutter war so eine starke Fraue, eine richtige Kämpferin und Optimist, das hat sie mir definitv weitergegeben. 


Positive mind.
Positive vibes.
Positve life.

In ewiger Liebe und für immer in unseren Herzen.

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